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Japanreise 2012年10月03日

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Ab heute bin ich auf der tc world 2012 und halte auch zwei Vorträge (unterschiedlicher Titel aber gleicher Inhalt :-). „Re-use“ nennt man das. Die Branche der technischen Dokumentation scheint in Japan (noch) grundsätzlich anders organisiert zu sein, als in Deutschland: Die herstellenden Firmen haben praktisch keine technischen Redakteure als festangestellte Mitarbeiter, sondern alles wird beim „Dienstleister“ gemacht.

Bei einem großen japanischen Unternehmen, habe ich selbst gesehen wie der Workflow geht: Ingenieur verfasst das „B-Material“, gibt es dem Dienstleister, dann gehen die Korrekturen auf Papier hin und her bis zum ‚final approve‘.

Was ist B-Material? Nun ganz einfach: Mehrere handgeschriebene Seiten mit diversen handgemalten Diagrammen. Nicht, dass man dies im Zeitalter von Computern auch gleich eintippen könnte.

Irgendwie klingt das wie ein Schlaraffenland für Dienstleister: Der Kunde wirft einfach das ganze Rohmaterial über den Zaun und der Dienstleister kann dann alles (für teuer Geld) in einer Blackbox abwickeln und liefert nur das Endprodukt. Der Kunde weiß in der Regel nicht, was in dieser Blackbox vor sich geht… Single-source-Publishing? XML? Redaktionssystem? Was ist das?

Der Nachteil dieser Struktur ist in meinen Augen folgender: Tatsächlich wird hier teilweise sehr viel gearbeitet. Wenn man zum 10 Uhr Abends das Büro verlässt, dann fährt man halt noch 2 Stunden nach Hause… Na ja, es gibt halt viel zu tun.

Ein anderer Nachteil ist: Das wird sich ändern. Die größeren Firmen bekommen langsam mit, dass der Dienstleister z.B. schon seit Jahren ein Translation Memory System benutzt (in der Regel Trados), aber unter Umständen diesen Effizienzvorteil nicht immer so an den Kunden weitergegeben hat, wie es vielleicht zum guten Ton gehört. Das kommt dann nicht so gut an.

Auch in Japan gilt die Mathematik der Explosion der verschiedenen Komplexitätsfaktoren (verschiedene Ausgabeformate, viele Sprachen, Varianten, Versionen und immer kürzere Produktzyklen), so dass man auch mit noch so viel Handarbeit irgendwann an Grenzen stößt. Wir haben (meist getriggert über die ‚europäischen Kollegen‘) nun einige japanische Kunden und die japanischen Kollegen verstehen sehr schnell, was das ganze soll. Das wird sich also ändern. 頑張ります…

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