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Schlank werden mit Semantik

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Auf der SCHEMA User Conference haben wir uns mit unserem Kunden Gerhard Treinen vom Bundesanzeiger Verlag unterhalten. Wir wollten wissen, was ihn bei seiner Arbeit bewegt und welche Eigenschaften ihm beim Contentmanagement und bei Redaktionstools wichtig sind.

SCHEMA: Herr Treinen, der Bundesanzeiger Verlag ist ja ein besonderer Verlag. Manche unserer Leser kennen ihn aber vielleicht noch nicht. Können Sie kurz beschreiben, was Ihr Arbeitgeber tut?
Gerhard Treinen: Der Bundesanzeiger Verlag in Köln ist 1949 als Bekanntmachungs- und Verkündungsorgan der Bundesrepublik gestartet, d. h. wir publizieren z. B. amtliche Bekanntmachungen aber auch rechtlich relevante Unternehmensmitteilungen. Im Laufe der Jahre haben wir uns weiterentwickelt und bestehen jetzt aus drei Unternehmensbereichen, der Evidenzzentrale, dem Veröffentlichungsbereich und dem Fachverlag, in dem ich tätig bin.

SCHEMA: „Fachverlag“, das klingt für mich zunächst einmal nach einer Menge Bücher.
Gerhard Treinen: Die Zeiten, in denen Fachverlage nur Bücher produziert haben, sind lange vorbei. Mittlerweile gibt es eigentlich kaum ein Medium, das wir nicht bedienen. Von Büchern und Loseblattwerken, über Zeitschriften und Newsletter bis hin zu Online-Publikationen und Apps.

SCHEMA: Ist das nicht sehr komplex, all diese Produkte unter einen Hut zu bekommen?
Gerhard Treinen: Ja in der Tat. Besonders wenn Sie unterschiedliche Textarten miteinander mischen, zum Beispiel Gesetze, Kommentare und Zeitschriftenbeiträge. Oder Sie wollen den Lesern ermöglichen, gezielt Inhalte mit bestimmten „Eigenschaften“ zu durchsuchen. Oft will man bei Online-Produkten auch per Ajax automatisiert Querverbindungen zwischen Texten herstellen oder Inhalte sollen mit Funktionen belegt werden.

SCHEMA: Und wie handhaben Sie das?
Gerhard Treinen: Wir haben versucht das mit semantischem XML in einer DTD zu lösen. Das führt aber zu einer hohen Komplexität, die die Redakteure bei der Arbeit belastet. Auch bei der Anpassung an das CMS ist eine semantische DTD aufwändig. Und natürlich im laufenden Betrieb und bei Updates.

SCHEMA: Ein schwieriges Problem. Wie konnten Sie das letztlich lösen?
Gerhard Treinen: Zum Glück sind wir im Vorfeld unseres letzten ST4-Updates durch die Beratung von SCHEMA auf ein universelles Element gestoßen, das in der Grundausstattung von ST4 schon lange enthalten ist, das „Fragment“. Fragmente besitzen interessante Eigenschaften. Sie sind an nahezu jeder Stelle verwendbar und können beliebige Textstrukturen aufnehmen. Sie können ineinander geschachtelt werden – besonders interessant für kaskadierende Styles – und außerdem kann man sie mit steuernden „ST4-Eigenschaften“ ausstatten.
Durch den konsequenten Einsatz von Fragmenten erreichen wir mit einer standardnahen ST4-DTD einen gleich hohen Grad an semantischer Aussage, wie zuvor mit einer komplexen DTD. Das macht für uns die Bearbeitung des Contents deutlich einfacher und bedeutet gleichzeitig weniger Customizing. Früher hatten wir 95 eigene Elemente in der DTD zu berücksichtigen, jetzt sind es nur noch 5. Das heißt unsere Update-Fähigkeit ist voll wiederhergestellt!

SCHEMA: Das klingt gut. Was bedeutet das für Sie konkret?
Gerhard Treinen: Nun ja, zum einen sind unsere Kosten deutlich gesunken. Denn weniger Customizing heißt weniger Maintenance. Das spart uns jährliche Supportkosten. Mindestens ebenso wichtig ist aber: Wir können nun wesentlich flexibler reagieren, wenn an den Content eine neue Anforderung gestellt wird.

SCHEMA: Ist diese Lösung denn für jeden ST4-Kunden anwendbar?
Gerhard Treinen: Ich denke, das muss man im Einzelfall prüfen. Aber eines ist sicher: Es ist (langfristig betrachtet) kostengünstiger und einfacher die Produktionsstrecken auf das CMS einzustellen als umgekehrt.

SCHEMA: Zum Abschluss dieses Interviews: Was würden Sie sich von ST4 noch wünschen, wo könnten wir Ihre Arbeit noch mehr unterstützen?
Gerhard Treinen: Dadurch dass wir viele Printprodukte produzieren, ist natürlich Layout ein wichtiges Thema bei uns. Da wäre eine engere Integration ins CMS schon schön. Mit dem ST4 Page Layout Designer hat sich in dem Bereich ja etwas Neues getan und ich bin schon gespannt, mir das auf der Konferenz genauer anzusehen.

SCHEMA: Vielen Dank für dieses interessante Gespräch.
Gerhard Treinen: Gerne.

Interviewpartner: Gerhard Treinen, Bundesanzeiger GmbH
Gerhard Treinen hat in verschiedenen Verlagen im Bereich Herstellung gearbeitet und war dort für die Produktion unterschiedlichster Printerzeugnisse zuständig.
2007 wechselte er innerhalb des Bundesanzeigers in den Bereich IT&Technik und ist dort für Betrieb und Weiterentwicklung CMS gesteuerter Abläufe und Produkte verantwortlich. Hierbei geht es von der Einbindung der Autorenschaft und der Vorstufen-Dienstleister in die Produktionsprozesse, bis hin zur Definition und Schaffung weiterverarbeitender Produktionsumgebungen für Online-Produkte.

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