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Online-Hilfe: Neustart mit dem SCHEMA Reader

6 Kommentare

Als Nachfolger der hoffnungslos veralteten CHM-Hilfe haben wir ihn im März erstmals vorgestellt. Damals eigentlich nur als Entwicklungsidee. Nach der tekom-Jahrestagung können Sie ihn kostenlos auf schema.de herunterladen: Den SCHEMA Reader.

Der SCHEMA Reader bietet Ihnen die Möglichkeit, das Konzept stationäre Online-Hilfe reif zu machen für das 21. Jahrhundert. Dies ist möglich dank moderner Technologien und Bedienkonzepte.

Wenn auch Sie einen leistungsstarken Nachfolger für die Online-Hilfe suchen: In diesem Post habe ich die wichtigsten Eckpunkte zu dieser Publikationsplattform für Sie zusammengestellt. Und sollten Sie nach Stuttgart kommen auf die tekom-Jahrestagung: Schauen Sie doch bei uns am SCHEMA-Stand vorbei. In der Blue Box zeige ich im Vortrag „SCHEMA Reader oder wenn HTML Help nicht ausreicht – ein Projektbeispiel“, was in einem konkreten Projekt an tollen Ideen realisiert worden ist. Wenn Sie dabei sein wollen: Di 14 Uhr, Mi 11:30 Uhr oder Do 11:30 Uhr.

Der Schmerzpegel steigt
Wer aus der Software-Branche kommt, dem brauche ich den Bedarf nach einer neuen Hilfe-Plattform nicht lange erklären. In den letzten 15 Jahren hat sich im Hilfe-Bereich nichts mehr wirklich Neues getan. Es gab zwar immer wieder Vorstöße für die Ablösung der CHM-Hilfe (HTML Help). Aber nichts davon hat sich in der Breite etablieren können.

Viele Unternehmen suchen mittlerweile händeringend nach einer neuen Perspektive in Sachen Hilfe. Gerade dann, wenn sie die Idee der stationären Hilfe nicht aufgeben wollen; und wenn sie nicht davon überzeugt sind, dass das Heil darin besteht, alle Supportinformationen einfach ins Web zu stellen (und den Kunden dann mit einer Masse an unzusammenhängenden Inhalten alleine zu lassen).

So sieht Hilfe mit dem SCHEMA Reader aus
Nun aber zum SCHEMA Reader. Fangen wir einfach mit der Bedienoberfläche an. Wie sieht die aus? Was kann man als Anwender damit anfangen? Dazu ein Blick in ein Beispielprojekt, mit dem wir während der Entwicklungsphase gearbeitet haben:

SCHEMA Reader Screenshot

Wie Sie sehen, ist alles drin, was man von der guten alten HTML Help her kennt. Links ist ein Navigationsbaum, rechts werden die Inhalte angezeigt. In der Funktionsleiste oben rechts sind mit Navigationsschaltflächen, Druck- und Favoritenfunktion viele alte Bekannte dabei.

Aber dann wird es schon interessanter: Die Suche oben links enthält zusätzlich eine Filterfunktion. Und ganz wichtig – was wir hier gar nicht darstellen könnten: Der Content-Frame kann dank HTML5 dynamische Inhalte anzeigen. Zum Beispiel drehbare Grafiken oder Videos. Endlich also eine Multimedia-fähige Online-Hilfe.

„Gibt es das denn nicht schon alles?“, werden Sie vielleicht fragen. Ja, es stimmt schon: Es gibt neuere Hilfe-Technologien, die z. B. dynamische Inhalte anzeigen können. Microsoft hat den Help Viewer auf den Markt gebracht, aber der ist leider nur für Microsoft Solution Partner verfügbar; eine Auslieferung an einen breiten Kundenstamm ist damit nicht möglich. Auch Web Help ist so ein Format. Aber Web Help läuft im Browser – also in dem Browser, der auf dem Zielsystem installiert ist. Damit hängt man in der Luft, welche modernen HTML5-Funktionen unterstützt werden.

Im Gegensatz dazu bietet der SCHEMA Reader einen eigenen Anwendungsrahmen mit all den hilfreichen Zusatzfunktionen und einem vorgegebenen HTML5-Befehlssatz. Er verbindet letztlich die Möglichkeiten moderner Hilfe-Technologien in einem Paket, das es so noch nicht gibt.

Kurzer Blick auf die Technik
Wie der SCHEMA Reader von technischen Seite her im Detail funktioniert, erklären wir gerne im Gespräch auf der tekom Jahrestagung. Hier möchte ich mich auf ein paar zentrale Punkte beschränken:

  • Der SCHEMA Reader bedient sich etablierter Standard-Technologien. Für technische Stabilität ist also gesorgt. Und weil alle Technologien frei verfügbar sind, können wir Ihnen den SCHEMA Reader auch kostenfrei anbieten. Eine Einschränkung will ich Ihnen nicht verschweigen: Der SCHEMA Reader läuft (zumindest vorerst) nur unter Windows.
  • Die Optik des SCHEMA Readers lässt sich ohne große Klimmzüge an Ihr Corporate Design anpassen. Weitergehende Anpassungen, wie die Integration zusätzlicher Funktionen, können in einem gemeinsamen Projekt umgesetzt werden. Anzeigen kann der SCHEMA Help Reader beliebige Inhalte in HTML5. Die müssen nicht aus SCHEMA ST4 kommen. Aber – gute Nachricht für alle ST4-Anwender: Es ist eine SCHEMA Reader-Produktion erhältlich, mit der Sie wie gewohnt auf Knopfdruck Inhalte für den SCHEMA Help Reader aus dem ST4 DocuManager generieren können.
  • Stichwort Migration: Über Konverter können Sie auch „alte“ Hilfe-Inhalte auf Basis von HTML Help, die Sie nicht in SCHEMA ST4 verwalten, aufbereiten für den SCHEMA Reader.

Noch leistungsfähiger mit dem SCHEMA CDS
Übrigens: Mit dem SCHEMA Content Delivery Server (CDS), den wir auch auf der tekom-Tagung vorstellen, können Sie noch einen Schritt weiter gehen. Über diese Infrastruktur zur Content-Verteilung haben Sie die Möglichkeit, das stationäre Hilfekonzept mit der vollen Dynamik moderner Internettechnologien zu kombinieren.

Ein Standard-Szenario: Die Hilfe, die auf den Rechnern Ihrer Kunden läuft, aktualisiert sich automatisch, sobald eine Internetverbindung vorhanden ist. Neben Hilfe-Inhalten werden weitere Support-Informationen z. B. aus dem Support-Portal angezeigt. Aber: Ihre Kunden finden dank der elaborierten Verteilungsmechanismen des CDS ausschließlich Informationen zu dem Produkt, das sie einsetzen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, direkt Feedback zu einzelnen Hilfeinhalten zu geben.

Download-Link und nächste Schritte
Aber zurück zum SCHEMA Reader. Wie gesagt: Nach der tekom-Tagung können Sie ihn hier herunterladen:

www.schema.de/schemareader

Wir starten ganz bewusst mit einer BETA-Version. Das heißt: Wir sammeln über den Zeitraum von etwa einem Vierteljahr gezielt Erfahrungen aus dem Anwenderspektrum. Die Ergebnisse und Entwicklungswünsche berücksichtigen wir für die finale Version.
Von daher auch die herzliche Einladung: Beteiligen Sie sich aktiv an der Gestaltung dieser innovativen Technologie.

Autor: Jochen Marczinzik

Team lead web and mobile development at SCHEMA GmbH

6 Kommentare zu “Online-Hilfe: Neustart mit dem SCHEMA Reader

  1. Sehr geehrter Herr Marczinzik,
    der Artikel zum SCHEMA Reader ist recht interessant, nur an dieser Stelle hier hing ich fest und habe mich gefragt, was der Autor wohl damit ausdrücken wollte: „….dank der elaborierten Verteilungsmechanismen des CDS …..“ ???

    Viele Grüße aus Troisdorf,
    Lutz Grossek

    • Sehr geehrter Herr Grossek,

      an der Stelle im Artikel hätte man auf den entsprechenden Artikel zu unserem Content Delivery Server verweisen sollen, wir werden das nachholen.

      Zu Ihrer Frage:
      Der Content Delivery Server kann über seine Verteilungsmechanismen dem SCHEMA Reader Dokumentations-Pakete zur Installation oder Aktualisierung zur Verfügung stellen. Der Benutzer kann bei der Installation dabei gezielt auswählen, welche Pakete er installieren möchte. Stehen neue Versionen der installierten Pakete auf dem Content Delivery Server zur Verfügung, wird der Benutzer im SCHEMA Reader entsprechend darauf hingewiesen und er die Aktualisierung anstoßen.
      Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit beantworten.

      Viele Grüße aus Nürnberg
      Jochen Marczinzik

  2. Erst einmal herzlichen Glückwunsch an Schema und besonders an Sie.
    Ich habe bisher niemanden weltweit gefunden, der das Thema „stationäre Online-Hilfe“ und deren Tragweite überhaupt richtig verstanden hat. Das Konzept des Schema Readers ist weltweit einzigartig und genial.
    Es ist eigentlich unglaublich, dass insbesondere Microsoft (der eigentliche Erfinder XHTML-MSHC-Konzepts) aber auch Adobe offensichtlich die die Wichtigkeit der Thematik überhaupt nicht begriffen haben: Adobe bietet z. B. als „neue“ FrameMaker Online-Hilfe HTML5 stellt dafür einen eigenen Viewer (wozu benötigt man den?) zur Verfügung. Für die stationäre Online-Hilfe stellt Adobe ganz neu (!) CHM-Dateien (z. T. mit Flash-Inhalten zur Verfügung ), für die es daher keinerlei Update-Konzept gibt.
    Das Thema Feedback-Kanal, Metadaten-Filterung sind ja schon so revolutionäre Anforderungen, die man bei Adobe überhaupt nicht mehr thematisiert (Es gab mal einen Adobe-AIR-Viewer, der sang- du klanglos wieder verschwand)

    Das heißt, jenseits des Schema Reader und der Schema CDS existiert keinerlei Gesamtkonzept für Online-Hilfen (stationär und online). Offensichtlich umfasst der Schema Reader und damit das MSHC-Konzept beide Aspekte und zusätzlich die Herausforderung „Mergen“ von Hilfe-Dateien, durch das Nachladen von Paketen und der dynamischen Erzeugung eines Gesamt-Navigationsverzeichnisses und auch der Volltextsuche habe ich das richtig verstanden(?), was offenbar beim Installieren eines Paketes passieren soll.
    Allerdings sind die XHTML-Dateien ja keine HTML5-Dateien (oder gilt hier volle Kompatibilität? Für die Erzeugung der XHTML-Dateien im MSHC-Paket gehe ich davon aus, dass Schema eine Komplettlösung ohne manuelle Nacharbeit anbietet. Jenseits von Schema fallen mir nur Hilfstools wie FAR (http://far.de.helpmvp.com/ )und Sandcastle (http://shfb.codeplex.com/) ein.

    Bisher bin ich nur überrascht, dass das manuelle Nachinstallieren der MSHC-Pakete über Microsoft „Krücken-Commandline-Tools erfolgen muss“ völlig umständlich erfolgen muss. Ist da seitens Schema künftig mehr Komfort geplant?
    Und wie sieht es mit der Unterstützung auf mobilen Endgeräten aus? Also dem Schema-Reader für Android und Apple?

    Viele Grüße aus der Bahn
    Dieter Gust

    • Hallo Herr Gust,

      erst einmal vielen Dank für die Glückwünsche. Mit Ihrer Einschätzung liegen Sie absolut richtig, das Konzept einer „stationären Online-Hilfe“ wird von den Big Playern gar nicht mehr, oder nur noch sehr halbherzig, verfolgt. Zur Ihren Fragen:

      • Die Einschränkung auf XHTML(5) ergibt sich aus der Prozesskette (Indexieren der Pakete usw.), da XML-Daten sich einfach sicherer verarbeiten lassen. Die Kommandozeilen-Tools und der SCHEMA Reader selbst können mit HTML5-Daten (ohne X) umgehen.
      • Für die Erstellung der SCHEMA Reader Pakete wird es zukünftig zwei Wege geben.
        1. Für SCHEMA ST4 wird es eine integrierte Produktionskette geben, bei der direkt „fertige“ SCHEMA Reader Pakete erzeugt werden.
        2. Der bisherige Weg über die Kommandozeilen-Tools bleibt erhalten, um weiterhin MSHC-Pakete anzeigen zu können, die mit anderen Werkzeugen erstellt wurden.
      • Für mobile Endgeräte bietet die SCHEMA entsprechende Apps (SCHEMA Reader App) mit vergleichbarer Funktionalität an.

      Viele Grüße
      Jochen Marczinzik

  3. 1. Kann der Schema Reader auch lokale im Paket heruntergeladene Videos direkt anzeigen? In meinen Tests mit Standard-Browsern klappt das zum Teil nicht (Android z. B. verhindert das lokale Laden von Videos in den Browser), weil offenbar das Laden eines Video-Datenstroms ohne HTTP-Protokoll aus Sicherheitsgründen (?) unterbunden wird.
    Damit wird jedoch der Video-Tag von HTML5 mehr oder weniger sinnlos.

    2. Ich verstehe immer noch das Microsoft-Konzept der lokalen Paketinstallation nicht ganz: Pakete müssen installiert werden, weil zur Installationszeit der Navigationsbaum und die Paket-übergreifende Volltextsuche in Schema Reader erst aufgebaut wird – richtig interpretiert?
    Warum müssen die Paket-Installations-Tools aber so „kryptisch“ sein, warum gibt es kein GUI als Komponente des Schema Reader für das einfache manuelle Nach-Installieren von MSHC-Paketen?

    • 1. Lokale Videos kann der SCHEMA Reader ohne Probleme „direkt“ anzeigen. Allerdings haben Sie natürlich recht, es klappt nicht ohne HTTP-Protokoll, weshalb im SCHEMA Reader selbst lokale Inhalte über einen integrierten Web-Server ausgeliefert werden. Im Detail ist mit der Architektur des SCHEMA Readers sogar ein Mischbetrieb von Offline- und Online-Inhalten möglich.

      2. Im Prinzip ist das korrekt, bei der Installation werden die Metainformationen für den SCHEMA Reader „aufbereitet“, der Aufbau der Paket-übergreifenden Strukturen erfolgt bei jedem Start des SCHEMA Readers. Eine GUI wird es kurzfristig nur für die Anbindung an den SCHEMA Content Delivery Server geben, um Pakete direkt von dort zu installieren. Über eine GUI zum manuellen Nachinstallieren von Paketen denken wir aber zumindest mittelfristig nach.

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