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Übersetzung im Griff – dank CMS

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Als exportorientierter Hersteller kennen Sie das Problem: Je erfolgreicher das Unternehmen, desto stärker steigen die Übersetzungskosten. Denn sowohl aus Haftungserwägungen als auch zur Kundenbindung können Sie nicht auf eine Übersetzung in die Landessprachen verzichten.

Der Übersetzungsaufwand steigt exponentiell mit jeder Sprache: Projektmanagement, Zeit- und Qualitätsaufwand explodieren. Gibt es keinen Ausweg aus dieser „Todesspirale“? Wir wollen uns einmal zwei Lösungsansätze näher ansehen.

Das Problem: Kosten, Zeit, Qualität
Aber wie groß ist das Problem denn nun wirklich? Fällt das bisschen Übersetzung denn wirklich ins Gewicht? Sehen wir uns einmal ein typisches Unternehmen an, das Dokumente für 15 Sprachen bereitstellt – ein guter Mittelwert also für exportorientierte Unternehmen. Nehmen wir weiter an, dass das Unternehmen 25 übersetzungsrelevante Produktdokumente und Handbücher produziert, jedes mit 100 Seiten. Das klingt zunächst nicht dramatisch. Bei 200 Wörtern pro Seite und Übersetzungskosten von 0,2 Euro pro Wort ergeben sich hochgerechnet auf obige Menge Übersetzungskosten von 1,5 Mio. € und weitere Layoutkosten von 375.000 €. Der Aufwand ist also ganz offensichtlich – die Suche nach Einsparpotenziel dürfte sich lohnen.

Lösungsansatz 1: Translation Memory Systeme
Viele Unternehmen haben dieses Optimierungspotenzial bereits identifiziert und setzen daher Translation Memory Systeme ein. Für alle, die TM-Systeme noch nicht kennen: Sie sind eine zentrale, mehrsprachige Satz-Datenbank, die laufend vom Übersetzer lernt, indem sie übersetzte Texte speichert. Bei späteren Übersetzungen erinnert sich das System und identifiziert Wiederholungen, Ähnlichkeiten und Änderungen.

Und tatsächlich: Mit TM-Systemen lassen sich deutliche Effizienzgewinne erzielen. Das sieht man ganz deutlich an unserem Beispiel von oben. In dieser Konstellation lassen sich etwa 30 % Überlappungen und zusätzlich 30 % Ähnlichkeiten erwarten. Die Übersetzungskosten reduzieren sich dadurch auf 900.000 €; die Layoutkosten auf etwa 190.000 €.

Eine deutliche Einsparung um etwa 40 % also. Und doch fragt man sich: „Geht da nicht mehr?“

Lösung 2: CMS mit Übersetzungs-Workflow
Und tatsächlich: Da geht noch mehr. Denn das Hauptproblem von Translation Memory Systemen liegt darin, dass identisch klingende Ausgangssätze je nach Zielsprache manchmal unterschiedlich übersetzt werden müssen. Ich will das einmal an folgendem kleinen Beispiel verdeutlichen:

  • Das junge Paar ging die halbe Nacht eng umschlungen in der Stadt spazieren.
    Dann nahm er den letzten Zug.
  • Der notorische Kettenraucher beschloss, für immer mit dem Rauchen aufzuhören.
    Dann nahm er den letzten Zug.

Diese Kontextabhängigkeit besteht auch in technischen Texten. „Schraube“ wird zum Beispiel im Englischen als „screw“ übersetzt, wenn sich die Schraube direkt in das Material bohrt, aber als „bolt“, wenn sie mit einer Mutter gesichert wird. Je nach Kontext muss der Übersetzer also einen anderen Begriff verwenden. Und das bedeutet weiterhin: Auch bei identischen Ausgangs- und Zielsätzen muss der Übersetzer jeweils den Kontext prüfen (und diesen Aufwand entsprechend verrechnen).

Ein CMS bzw. Redaktionssystem bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma. Denn bereits übersetzte Module werden automatisch in neuen Projekten wiederverwendet. Single Sourcing gewährleistet eine feinere Granularisierung und Verfolgbarkeit aller Änderungen. Bereits aktuelle Dokumentmodule werden daher identifiziert und gehen dadurch gar nicht erst in die Übersetzung. Zudem lässt sich das Layout im System an Sprachvarianten anpassen und durch Layout Recall automatisch einer Sprache zuordnen.

Wie wirkt sich dies nun in unserem Beispiel aus? Zusätzlich zu den etwa 30 % Überlappungen und 30 % Ähnlichkeiten aus dem Szenario mit TMS lässt sich hier eine Wiederverwendungs-Quote von 25 % erwarten. Die Übersetzungskosten sinken dadurch auf etwa 560.000 € (knapp ein Drittel des Ausgangswerts von 1,5 Mio. €) und die Layoutkosten durch den Layout Recall auf ein Zehntel des Ausgangswerts, 37.500 €.

Säulendiagramm

Es zeigt sich also: Auf sich allein gestellt entfalten TM-Systeme nicht ihr volles Potenzial. Erst im Zusammenspiel mit einem Single-Source-fähigen Redaktionssystem mit Layout Recall lassen sich überschießende Übersetzungskosten wirklich in den Griff bekommen. Ein echtes Effizienzwunder für globale Unternehmen.

Klaus Fleischmann hilft mit seiner von ihm 1996 gegründeten Kaleidoscope Communications Solutions GmbH international tätigen Unternehmen, mehrsprachige Produktinformationen rasch, kostengünstig und qualitätsgesichert zu erstellen und zu verwalten. Dazu bietet er mit seinem Team einerseits als Reseller die führenden Branchenlösungen und andererseits eigene Software-Tools, die bei vielen Aufgaben helfen, Qualität und Geschwindigkeit zu erhöhen. Gleichzeitig ist Klaus Fleischmann Geschäftsführer der eurocom Translation Services, dem führenden österreichischen Übersetzungsdienstleister. Klaus Fleischmann hat Übersetzen in Wien studiert, einen Master in Konferenzdolmetschen aus Monterey, California, und einen Master in Technischer Dokumentation.

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