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Drei Fragen an Dr. Reinhard Zinburg

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Dr. Reinhard Zinburg ist SCHEMA-User der ersten Stunde. In den vielen Jahren seiner Tätigkeit als Dokumentationskoordinator bei Agilent hat er so manche innovative Know-how-Lösung entwickelt. Nach seinem Studium in Chemie, Biologie und Informatik promovierte er Anfang der Achtziger in analytischer Chemie und wechselte dann zu Hewlett Packard nach Waldbronn. Dort war er als Applikationschemiker, Softwareentwickler, Softwaresupport und schließlich als Dokumentationskoordinator tätig.

Bereits 1998 führte er SchemaText bzw. später ST4 als Redaktionssystem ein. Dies hat er seitdem kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt. Mittlerweile blickt er schon mit einem wehmütigen und einem hoffnungsvollen Auge Richtung Pension: Wehmütig, weil er das spannende Feld der Kommunikation hinter sich lassen wird. Aber auch hoffnungsvoll, weil er dann endlich Zeit für seine zweite Karriere als Heilpraktiker findet.

Doch bevor Dr. Reinhard Zinburg der Dokumentation verloren geht, wollen wir die Chance nutzen und von seiner Erfahrung profitieren. Auf der SCHEMA Conference haben wir ihm drei Fragen zum aktuellen Stand der Technischen Kommunikation gestellt.

Herr Zinburg, wo sehen Sie derzeit die Herausforderungen in der Dokumentation?
Stand der Technik ist in der Dokumentation heute vielerorts immer noch das gedruckte Handbuch oder die Onlinehilfe. Die gedruckten Handbücher wandern ins Regal und verstauben mit der Zeit. Die elektronischen Handbücher oder Softwarehilfen werden in irgendwelche Verzeichnisse kopiert und vergessen. Vielleicht zeigt sich ja mal eine Seite der Softwarehilfe, wenn der Benutzer in der Software F1 drückt, sofern er oder sie überhaupt noch weiß, dass mit F1 eine Hilfe aktiviert werden kann. Aber wird das auch genutzt?

Ich denke, es ist Zeit sich einmal zu fragen: „Wollen wir ‚nur‘ dem Gesetzgeber Genüge tun und Informationen liefern, weil wir das müssen?“ Wollen wir nicht, dass der Kunde diese Information auch liest und verarbeitet, bzw. lernt? Ihm einen Mehrwert geben?

Und wie lässt sich das besser machen?
Wir müssen alle Informationskanäle nutzen, die uns und dem Kunden bereitstehen: Multimedia-Elemente, Webtechnologien. Letzten Endes geht es darum, den Kunden mit Inhalten zu begeistern. Verschiedene Benutzergruppen brauchen verschiedene Arten von Informationen. Die Information muss für den Benutzer schnell auffindbar und dann auch handhabbar sein. Deshalb braucht der Benutzer eine smarte Suche, smarte Filter und eine smarte Navigation.

Bei Agilent bekommen die Kunden in Zukunft immer weniger Pdf-Dokumente oder HTML-Help-Dateien. Stattdessen werden wir immer mehr Dokumentationspakete auf der Basis von HTML5 ausliefern. Die Informationen sind zusätzlich mit Metadaten angereichert. Dadurch kann der Kunde genau die Information finden, die zu seinem Profil passt und zu dem Gerätesystem, das er betreut. Wenn dann noch – z. B. in der Software – der Kontext bekannt ist, in dem sich der Benutzer gerade befindet, dann kann die Information auch danach gefiltert werden. Der Benutzer sieht also genau das, was er gerade braucht.

Ein Tipp: Wie startet man in die schlaue Informationsvermittlung?
Wichtig ist, dass man aufhört Dokumente zu verwalten und stattdessen Informationseinheiten definiert. Ein gutes Redaktionssystem sollte das leisten und den Redakteur bei der Arbeit mit den Informationseinheiten unterstützen. Und natürlich auch Metadaten bequem, flexibel und übersichtlich verwalten können. Denn die Aufteilung in Informationseinheiten allein bringt noch nicht viel; wichtig ist dann, sie mit den richtigen Metadaten anzureichern, damit man die entsprechende Filterung aufbauen kann.

Um die richtigen Metadaten zu finden, haben wir zunächst einmal eine Zielgruppenanalyse durchgeführt. Das Ergebnis dieser Analyse haben wir dann in ein Klassifizierungsschema (Taxonomie) gepackt. Und diese Klassifizierungen haben wir schließlich den Informationsinhalten zugeordnet, wo sie sich als Metadaten niedergeschlagen.

Und damit sind die Dokumentationspakete eigentlich auch schon fertig. Der Weg in die smarte Informationsvermittlung ist eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man nur die richtigen Werkzeuge und Vorgehensweisen hat.

Vielen Dank für dieses spannende Gespräch
Ebenfalls vielen Dank.

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