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DITA or not DITA – Antworten aus 20 Jahren Markterfahrung

Ein Kommentar

DITA – wann haben Sie zuletzt davon gehört oder gelesen? Bei uns im deutschsprachigen Raum wurde dieser XML-basierte Strukturierungsstandard immer wieder einmal als Allheilmittel für die Technische Redaktion gepriesen. Es ist noch gar nicht so lange her, da war DITA auch auf tekom-Tagungen ein heiß diskutiertes Thema. Doch gerade im tekom-Umfeld ist der Hype um DITA spürbar verebbt.

Jetzt steht die nächste tekom-Tagung vor der Tür. Wir haben uns entschlossen, einen Beitrag zur Fachdiskussion um DITA zu leisten – und zwar auf dem internationalen Ausleger der Tagung, der tcworld. Das deswegen, weil in der englischsprachigen Welt (wo dieser Standard auch erfunden wurde) DITA nach wie vor als state of the art gilt.

Marcus Kesseler, einer der Gründer von SCHEMA, wird über unsere Erfahrungen als Systemhersteller sprechen (Vortrag IN10). Und was wir über viele Jahre über die Bedürfnisse von Unternehmen gelernt haben. Kann DITA da wirklich weiterhelfen?

Mit meinem Post heute möchte ich Sie schon einmal auf das Thema einstimmen. Und vielleicht sprechen wir uns in Stuttgart in dieser Sache. Von unserer Seite aus ganz herzliche Einladung zum Vortrag und zu einem gerne intensiven Meinungsaustausch.

Wenn DITA die Antwort ist – was war eigentlich die Frage?

So wie wir den Markt kennengelernt haben, suchen Unternehmen Lösungen für konkrete Problemstellungen. In unserem Fall Lösungen zum professionellen Informationsmanagement. Unternehmen wollen verschiedene Ausgabeformate aus einer Quelle erzeugen, Übersetzungskosten sparen und Redaktionsprozesse effizient gestalten. Wenn Sie in der Technischen Redaktion zuhause sind, sind diese Stichworte für Sie alte Bekannte.

DITA ist ein Standard, der Lösungen in diesem Umfeld anbietet. Und zwar in Form eines Informationsmodells. Mit Konzepten wie Topics, Maps, Attributen und Entities bietet DITA die Grundlagen für Standardisierung, Modularisierung und Wiederverwendung.

Zweifellos sind damit die Erfolgsfaktoren modernen Content-Managements adressiert. Aber reicht ein Informationsmodell für sich genommen als Lösung aus?

Was der Markt antwortet

Die Antwort ist ein eindeutiges Nein. Zumindest, wenn man darauf sieht, wie sich Unternehmen im deutschen Sprachraum entscheiden. Sie setzen nämlich mit Redaktionssystemen wie SCHEMA ST4 auf Standardsoftware. Standardsoftware, die die oben genannten Konzepte Standardisierung, Modularisierung und Wiederverwendung von Grund auf beherrscht. Und die diese Konzepte überhaupt erst anwendbar macht. Ob dabei DITA, PI-MOD oder Docbook im Spiel sind, ist dann schon gar nicht mehr wichtig.

Wenn Sie sich in diesem Zusammenhang für konkrete Zahlen interessieren: Nach den letzten tekom-Branchenkennzahlen ist DITA für 86% aller Industrieunternehmen nicht relevant. Weniger als 7% setzen DITA als Informationsmodell ein. (aus http://www.tekom.de/fileadmin/Dokumente/de/tekom_2015_07_08_Branchenkennzahlen_2015_DE.pdf, Seite 44).

Spannend ist auch die weltweite Perspektive. Die Anwenderbasis von Redaktionssystemen ist global gesehen höher als die von DITA. Allein die 1.300 Unternehmen, die CMS-Systeme der in der DERCOM (www.dercom.de) organisierten Hersteller einsetzen, haben mehr User als die weltweite DITA-Gemeinde (http://www.ditawriter.com/companies-using-dita/).

Seien Sie dabei

Wie Sie sehen: Der Markt geht sehr unideologisch und pragmatisch mit der DITA-Frage um.

Das wird auch Marcus Kesseler tun in seinem Vortrag, zu dem ich Sie zum Schluss noch einmal herzlich einladen möchte. Den durchaus kritischen Tenor verrät schon der Titel: 5 Reasons Not to Use DITA from a CCMS Perspective (IN10)

  • Dienstag, 10. November 2015
  • 11:15 bis 12:00 in Raum C7.2 OG

Mehr Infos im offiziellen tekom-Tagungsprogramm.

Autor: Sebastian Göttel

Seit 1998 bei der SCHEMA. Anfangs in der Entwicklung, dann in der Beratung und schließlich im Vertrieb. Seit 2005 Leiter Vertrieb. Je nach Blickwinkel Abstieg oder Karriere. Denkt sehr gerne darüber nach, wie man komplexe Anforderungen mit unserer Standardsoftware abdecken kann. // Since 1998 with SCHEMA. Initially in development, then in consulting and eventually sales. Since 2005 Director Sales. Depending on your point of view descent or career. Thinks often about how to meet complex requirements with our standard software.

Ein Kommentar zu “DITA or not DITA – Antworten aus 20 Jahren Markterfahrung

  1. Wer den Vortrag verpasst hat, findet die Folien auf Slideshare http://de.slideshare.net/MarcusKesseler/5-reasons-not-to-use-dita-from-a-ccms-perspective. Außerdem gibt es eine Ausarbeitung im Tagungsband http://tagungen.tekom.de/jahrestagung-2015/fuer-teilnehmer/tagungsband/ (im PDF Seite 131)

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