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Mit iiRDS in eine neue Doku-Welt

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Mit jedem Tag nähern wir uns weiter der tekom-Tagung 2017 in Stuttgart. Wir von SCHEMA bereiten uns auf ein Thema gerade besonders vor: iiRDS – Intelligent Information Request and Delivery Standard. Dieser Standard soll einen Meilenstein in der Doku-Welt setzen, denn mit ihm sollen technische Informationen hersteller- und geräteunabhängig austauschbar werden.  

Wie das Ganze in echt aussehen kann, zeigen wir Ihnen auf der tekom-Tagung in Vorträgen und Workshops. Ein Highlight ist ein Showcase mit unserem Partner doctima – dort können Sie den Praxiseinsatz von iiRDS hautnah erleben. Oder besuchen Sie meinen Vortrag mit Jochen Marzcinzik zum Thema Intelligente Wartungstabellen.

Da es aber doch noch einige Tage bis dahin sind, will ich Ihnen heute schon einen Einblick in den Standard geben.

Die Flugtickets haben wir bereits

iiRDS steht ganz im Kontext von Industrie 4.0 und dem Internet of Things. Mit diesen Veränderungen muss auch die Technische Dokumentation mithalten. Denken Sie zum Beispiel an einen Störungsfall an einer Maschine: Bisher muss der Servicetechniker erst einmal das passende Handbuch für die Maschine suchen und dann noch das Kapitel, in dem die Fehlerbehebung beschrieben wird. Verständlich, dass das frustrierend sein kann, erzeugt doch die stillstehende Maschine auch immer mehr Kosten. Was passiert nun, wenn die Technische Dokumentation iiRDS einsetzt? Etwa das: Die Störung tritt auf, der Servicetechniker geht zur Maschine und scannt zum Beispiel den QR-Code, den die Maschine anzeigt, mit seinem Smartphone oder Tablet. Mit Hilfe der Fehlernummer wird ihm direkt die Fehlerbehebung angezeigt und er kann loslegen. Kein langes Suchen, sondern schnelle und präzise Hilfe direkt an der Maschine.

Was müssen Sie einpacken?

Mit hundertseitigen Dokumentationen kann man dann nicht mehr arbeiten – der Weg muss zu inhaltlich abgeschlossenen Informationsbausteinen führen. Auf dem Weg sind die meisten Technischen Redaktionen schon und ST4 ist ja prädestiniert dafür. Eine zweite wichtige Stellschraube ist aber: die Intelligenz der Informationen. Denn die Informationen müssen wegen ihres Bausteincharakters irgendwie mitteilen, was für Bausteine sie sind und wo sie eingebaut werden sollen, also semantisch lesbar werden. Semantisch lesbar heißt, dass das Medium, das die Information ausliest, erkennt, in welchem Zusammenspiel die Information mit anderen steht. Und XML allein reicht dafür nicht aus, denn XML stellt die Struktur der Informationen dar – aber nicht, in welchem logischen Zusammenspiel die Informationen zueinanderstehen. Für eine Maschine bietet XML also nicht genügend Anhaltspunkte, wie, wo und wann eine bestimmte Information relevant ist. Sie würde nur Struktur erkennen, aber nicht den Zusammenhang der einzelnen Informationsmodule: Dass das Modul Wartungstabelle zum Beispiel immer Teil des Kapitels Wartung ist und nicht des Ersatzteilkatalogs.

Es muss eine übergeordnete Sprache geben, die solche semantischen Schlussfolgerungen zulässt.

Genau da setzt iiRDS an: Der Standard definiert eine Ontologie der Technischen Dokumentation, er legt die verschiedenen Informationsarten und -typen wie Anleitung, Wartungspläne, Handlungsanweisungen usw. und auch deren Beziehungen zueinander fest.

Ein Praxis-Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Anlagenbau-Unternehmen erhält von seinen Zulieferern jeweils pro Komponente auch die Betriebsanleitungen inklusive Wartungstabellen. Bisher, also ohne iiRDS, kommen diese Dokumente ja meist in Form eines PDFs zu den Technischen Redakteuren des Anlagenbauers. Dann werden diese PDFs unter anderem ausgedruckt, sorgsam in Schnellhefter eingeordnet und physisch bei der Anlagenkomponente hinterlegt. Oder die Dokumentationen liegen als digitale Version vor und können vom Servicetechniker auf dem Tablet gelesen werden – aber meist in genau dem vollen Original-Umfang und ohne Filter- und schneller Suchfunktion.

Und jetzt der Fall, wenn iiRDS eingesetzt wird: Die Komponentenzulieferer erstellen ihre Dokumentation als modulare Informationen und geben über iiRDS jedem Modul mit, was es überhaupt ist (Installationsanleitung, Wartungstabelle, Störungsbehebung etc.) und in welcher Beziehung sie zu anderen Informationen stehen. Die Informationsmodule werden anschließend digital so neutral und maschinenlesbar verpackt, dass sie beim Anlagenbauer direkt in der Dokumentation oder auch als einzelnes Informationsmodul gleich am Display einer Komponente wiederverwendet werden können. Und das, ohne dass der Servicetechniker in verschiedenen Handbüchern lange blättern muss.

Was steckt also genau hinter iiRDS?

Zwei Dinge: Zum einen ein Set an Metadaten, das auch Maschinen lesen können, und zum anderen ein definiertes Austausch- bzw. Paketformat, das die Informationen inklusive Metadaten verpackt und sie herstellerunabhängig distribuieren lässt. Schauen wir in beide mal kurz hinein.

Metadaten als Schnittstelle

Die Informationstypen und ihre Beziehungen untereinander werden über Metadaten in der Modellierungssprache RDF dargestellt. Die kennen Sie vielleicht schon vom Semantic Web. Mit diesen Metadaten kann ein Technischer Redakteur einem Topic Wartungstabelle alle 2000 Stunden diese Eigenschaften zuschreiben:

  1. Gilt nur für Maschine A.
  2. Ist eine Wartungstabelle mit der Eigenschaft alle 2000 Stunden
  3. In der Betriebsanleitung gehört es in das Kapitel Wartung.
  4. Der Informationstyp ist eine Wartungstabelle (und zum Beispiel kein Sicherheitshinweis)

Sie erkennen auch: Die Eigenschaften drei und vier gelten für Wartungstabellen vieler verschiedener Hersteller, sie gelten also auch für die Wartungstabelle alle 10.000 Stunden einer Maschine, die ein ganz anderer Hersteller produziert. Die Eigenschaften eins und zwei hingegen kommen von den spezifischen Eigenschaften der Maschine A.

Das ist also eins der großen Potenziale vom neuen Standard iiRDS:  Die iiRDS-Metadaten sind zum einen herstellerübergreifend, also neutral, zum anderen können sie mit eigenen Metadaten erweitert werden. Logisch, denn: Ein Software-Hersteller wird kaum die gleiche Menge und Art an Informationstypen haben wie ein Anlagenbauer.

Standardisiertes Austauschformat

Damit diese Informationen mitsamt ihren Metadaten schließlich auch einander zugeordnet werden können, definiert iiRDS auch noch ein passendes Paketformat. Dieses Paketformat ist eine ZIP-Datei. Darin liegt dann die Information selbst, also z. B. die genannte Wartungstabelle einer Maschine, und in einem eigenen Ordner META-INF die zugehörigen Metadaten dieser Wartungstabelle.

Um das Paket mit den Paketen anderer Hersteller mischen zu können und auf unterschiedlichen Geräten zuverlässig auszugeben, bietet iiRDS noch das Variante iiRDS/A an. Dann sind nicht nur die Metadaten standardisiert, sondern auch die Formate für Informationen.

Wohin geht die Reise?

Technische Informationen dürfen nicht mehr nur im großen Zusammenhang einer Gesamt-Dokumentation gesehen werden – sie müssen einzelne Puzzleteile mit scharf gerissenen Kanten werden, die sich mit anderen Informationen kombinieren lassen. Und die sowohl unabhängig vom Hersteller als auch unabhängig von der Anwendung ausgegeben und angefordert werden können. Dass dies nicht von heute auf morgen möglich ist, berücksichtigt iiRDS. Auch existierende Dokumente, die z.B. nur im PDF-Format vorliegen, lassen sich mit iiRDS austauschen. Es müssen lediglich Metadaten angegeben werden.

Der Standard soll bis Ende des Jahres verabschiedet werden, , aber die Vorteile sind schon jetzt erkennbar:

Dank des an sich einfachen Konzepts der Metadaten können Sie noch effizienter und präziser arbeiten und Ihre Dokumentation systematisch aufbereiten. Such- und Filterfunktionen können die Metadaten schließlich anspringen und somit genaue Treffer liefern und die Informationen können sauber den jeweiligen Produkten oder Situationen zugeordnet werden. Das spart alles Zeit, Kosten und Nerven – Aspekte, die auch in unserer Branche große Bedeutung haben.

Und dann zeigt letztlich die Praxis, was der Standard noch benötigt, wo er ausgebaut werden kann und wie sehr er gelebt wird.

Was haben wir damit zu tun?

Wir bei SCHEMA sind gerüstet für iiRDS und begleiten Sie, wenn es heißt, diesen Standard einzuführen. Wir kennen uns schließlich aus mit Metadaten und der Bereitstellung von unterschiedlichsten Informationen auf einem Content Delivery Service Gerne zeigen wir und andere Mitarbeiter vom tekom-Arbeitskreis Information 4.0 Ihnen mehr zu diesem neuen Standard auf der tekom-Tagung:

 

iiRDS ganz praktisch:

Prototype Implementations of iiRDS – mit einem Showcase von doctima und SCHEMA  (iiRDS01)
Mittwoch, 8:45-10:30, Plenum 1

 

SCHEMA BlueBox:

Ein Roboter spricht mit SCHEMA CDS – das ermöglicht der neue Standard iiRDS

(Vortrag in Kooperation mit doctima GmbH)

Dienstag, Donnerstag: 13:45 – 14:30 Uhr, direkt am SCHEMA-Stand (Halle 2, Stand C07)

 

Einführung in iiRDS:

Introduction and Status (iiRDS02)
Mittwoch, 11:15, Plenum 2

 

Exploring the Age of Content Delivery (JTCA01) (u.a. mit Sebastian Göttel, SCHEMA)
Mittwoch, 13:45-14:30, Raum C7.1

 

iiRDS im Detail:

iiRDS for Technical Writers – Introduction to the Metadata (iiRDS03)
Mittwoch, 13:45, Raum C4.2

 

iiRDS Inside Out – Applying the Standard (iiRDS 4) (u.a. mit Sebastian Göttel, SCHEMA)
Mittwoch, 16:15, Raum C4.2

 

Besuchen Sie außerdem:

Intelligente Wartungstabellen (mit Sebastian Göttel und Jochen Marczinzik, SCHEMA)
Donnerstag, 11:15, Plenum 2

Autor: Sebastian Göttel

Seit 1998 bei der SCHEMA. Anfangs in der Entwicklung, dann in der Beratung und schließlich im Vertrieb. Seit 2005 Leiter Vertrieb. Je nach Blickwinkel Abstieg oder Karriere. Denkt sehr gerne darüber nach, wie man komplexe Anforderungen mit unserer Standardsoftware abdecken kann. // Since 1998 with SCHEMA. Initially in development, then in consulting and eventually sales. Since 2005 Director Sales. Depending on your point of view descent or career. Thinks often about how to meet complex requirements with our standard software.

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